Rummlerhof

Geschichte


 

Georg Lackner kaufte 1707 von Bartlmä Perterer den Hof zu „Rumbla hinterm Kaiser“ samt Vieh und Inventar. Doch schon sieben Jahre später starb er. Die Kinder aus erster Ehe mit Maria Lackner namens Veit und Gertraud erhielten einen Vormund, da sie noch minderjährig waren. Damals waren beim Haus zu Kaiserau ein kleines Gartl, die Badstube, das Kirchenfeld, der Windweggrund, das kleine Angerl samt der Mistgassen, das Außerfeld zu Kaiser, die Eberhasenwiese samt Stadel, ¼ der Herbstweide, die Bauleite am Großen Moos, die Bergmahd Eberkäser mit 2 Stadel und Teilwälder. Noch 1714 übergab Gertraud den Hältfeanteil ihrem Bruder Veit um 500 Gulden. Als Heiratsfertigung erhielt die weichende Schwester eine Truhe mit Schloß und Band, eine Bettstatt mit Strohsack, Polster, Unterbett, Golter, 2 Leintücher, eine Kuh und das Hochzeitsessen für 2 Tische oder 24 Personen. Bei Arbeitslosigkeit stand ihr die vierwöchige Heimatzuflucht, aber ohne Wein, Weißbrot und Arztlohn zu. Die Stiefmutter Katharina Stöckl mußte vom Übernehmer versorgt werden, da sie kein Eigenvermögen besaß.

Veit Lackner war 48 Jahre Bauer zu „Rumla“. Er starb 1761 ohne Testament, weshalb seine Kinder Josef, Kaspar, Johann, Martin, Anton und Maria zu je 1/6 in das Erbe eingesetzt wurden. Die Mutter Magdalena geb. Kaiserer war bereits früher verstorben. 1767 starb Josef kinderlos, weshalb seine Geschwister je 1/5 seines Erbes erhielten. Am 3. Mai 1772 starb Kaspar und am 31. Juli 1772 folgte Johann Lackner. Die verbliebenen Geschwister kamen 1776 schließlich überein, dem jüngsten Bruder Anton den Familienbesitz zu überlassen.

Anton Lackner wirtschaftete noch 35 Jahre, bis er 1797 wegen hohen Alters den Hof seinem erst 22jährigen Sohn Anton jun. übergab. Weitere Kinder aus erster Ehe mit Elisabeth Trixl waren Veit und Maria. Der Altbauer behielt vorerst die Hauswirtschaftsregierung selbst. Für das Alter sicherte er sich ein angemessenes Freigeld, täglich ein Kandl Milch und einen Laib Weißbrot, wenn gebacken wurde. Die Stiefmutter Margarethe geb. Pfandl und Tante Maria Lackner mussten vom Übernehmen ebenfalls versorgt werden. Den weichenden Geschwistern Veit und Maria durfte Anton jun. Das Entrichtgeld nur ausbezahlen, wenn sie dies wünschten. Um Verkaufsgelüsten vorzubeugen wurde vereinbart, dass der Übernehmer im Falle eines Hofverkaufes an die Weichenden eine weitere Entschädigung zu zahlen habe.

Anton Lackner jun. konnte den Familienbesitz wesentlich erweitern, denn er kaufte 1802 das Ortnergütl hinzu. Er führte fast 52 Jahre die Wirtschaft und übergab 1849 seinem Sohn Georg einen schuldenfreien Hof zu einem Übernahmepreis von 3000 Gulden. Die hohen Entrichtgelder an die weichenden Kinder Barbara und Elisabeth waren zu Lebzeiten des Altbauern mit 4% zu verzinsen und dienten ihm als Leibernte. Die lebenslängliche Versorgung des Übergebers und das Recht auf Heimatzuflucht für die Weichenden belasteten den Jungbauern kaum.

Georg Lackner führte fast 40 Jahr den Familienbetrieb, bis er 1888 an seinen großjährigen Sohn Anton ein wohlbestelltes Haus (nr. 292) übergab. Neben dem Stammsitz der Familie gab es noch das Ortnergütl (Nr. 293) mit Zugebäuden, dem Hausfeld, einer zweimahdigen Wiese und Heimwaldungen mit Fichten und Tannen. Der weichende Bruder Georg wurde fürstlich abgefertigt und erhielt vom Vater zusätzlich eine Schenkung. Ein zweiter Weichender namens Johann Lackner war bereits Besitzer zu Brugghof und wurde ebenfalls mit ausstehenden Guthaben entrichtet. Als Heiratsfertigung wurden dem Bruder Georg ein Stehkasten, Tisch und Sessel aus Weichholz und ein Federbett zugesprochen. Um den Familienbesitz abzusichern, wurden dem Übernehmer weiter Auflagen im Veräuserungsfall auferlegt.

ErbhofWie in allen Generationen war auch Anton Lackner ungewöhnlich lange Bauer beim Rumler. Erst nach 55 Jahren trat sein Sohn Josef die Erbfolge an. Auch Josef führte die Landwirtschaft bis zu seinem Lebensende durch 44 Jahre (1944-1988). Nunmehr führte in achter Generation Josef Lackner jun. die Wirtschaft. Somit gibt es in St. Johann fünf Erbhöfe (vgl. TIROLER ERBHOFBUCH S. 440 ff)

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